Jetzt steht es Schwarz auf Weiß: Die Landesregierung verbaut knapp der Hälfte der Bewerber für berufliche Gymnasien im Kreis Heidenheim den Weg zum Abitur. Und das, obwohl diese alle Voraussetzungen für die Aufnahme erfüllen. Das geht aus Antworten auf Anfragen und Anträgen des SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Stoch hervor. Von insgesamt 365 Bewerbern für die beruflichen Gymnasien im Kreis müssen sich 173 Schüler nach einer Alternative umsehen, da die Landesregierung ihnen keine Schulplätze anbieten kann.
Andreas Stoch ist entsetzt über diese Zahlen: „ Es ist ein Skandal, wenn 173 lernwillige junge Menschen im Kreis keine Chance auf den angestrebten Bildungsabschluss bekommen.“ Keines der beruflichen Gymnasien biete auch nur annähernd ausreichend Plätze. „ Die Landesregierung verspielt hier fahrlässig die Bildungschancen vieler junger Baden-Württemberger“, betont Stoch. Insbesondere die Realschüler hätten unter dieser Politik zu leiden.
Das Ministerium räumte in seiner Antwort weiter ein, dass der Antrag der Maria-von-Linden-Schule auf Einrichtung eines sozialwissenschaftlichen Gymnasiums für 2009-2010 „wie andere Standorte“ nicht berücksichtigt werden konnte. „Es ist nun Sache des Landkreises, hier nochmals verstärkt die Interessen Heidenheims zu vertreten“, so Stoch. Dies hat auch der Kreistag in seiner Sitzung in Burgberg nochmals bekräftigt.