Werkrealschule Thema beim Besuch in Dischingen

Veröffentlicht am 09.07.2009 in Pressemitteilungen

Zentrales Thema beim Antrittsbesuch des SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Stoch im Dischinger Rathaus waren die geplante Einführung der Werkrealschule und die damit einhergehenden Veränderungen für die Hauptschulen

Auf Einladung des Bürgermeisters der Gemeinde Dischingen, Alfons Jakl, stattete der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch seinen Antrittsbesuch im Rathaus ab.
Da für die Gemeinde Dischingen die Änderung des Schulgesetzes zur Einführung der Werkrealschule ein großes Problem darstellt, lud der Bürgermeister auch den Schulleiter der Grund- und Hauptschule Dischingen, Oswald Schmid, zu dieser Gesprächsrunde.
BM Jakl legte dar, daß aufgrund der Pläne der Landesregierung die Angst besteht, dass Dischingen als Hauptschulstandort nicht gehalten werden kann. Landtagsabgeordneter Stoch führte hierzu aus, daß landesweit 756 Hauptschulen, vor allem im ländlichen Raum, als einzügige Hauptschulen geführt werden. Im Hinblick auf das Vorhaben der Landesregierung fürchten die Lehrer, Eltern und Schüler, daß diese Schulen in absehbarer Zeit geschlossen werden müssen. Es stelle eine Verzerrung der Tatsachen dar, wenn von Seiten der Landesregierung vorgegaukelt wird, die Entscheidung über einen Schuldstandort bzw. die Einführung der Werkrealschule liege bei der Kommune. BM Jakl befürchtet, daß hier eine „Abstimmung mit den Füßen“ stattfindet und der Schulstandort Dischingen ausblutet.
Schulleiter Schmid verwies darauf, daß es in den vergangenen Jahren gelungen sei, für alle Absolventen einen Ausbildungsplatz, zumeist bei örtlichen Unternehmen und Handwerksbetrieben, zu finden. Es sei für die Schüler, die nach der vierten Klasse in die Hauptschule wechseln, von großer Bedeutung, daß diese sich in einem intakten Lernumfeld bewegen. Es sei immer wieder erstaunlich, welche Lernfortschritte diese Schüler in der bestehenden Schulstruktur machen. Diese persönliche Entwicklung werde in Frage gestellt, wenn zukünftig die Schüler weite Anfahrtswege zu außerörtlichen Hauptschulen oder Werkrealschulen zurücklegen müßten. Landtagsabgeordneter Stoch verwies darauf, daß gerade die Hauptschulen im ländlichen Raum hervorragende Ausbildungsqualität gewährleisten. Es sei daher aberwitzig, wenn durch die Einführung der Werkrealschule gerade diese Schulstandorte gefährdet werden. Die Problematik im Zusammenhang mit den Hauptschulen bestehe doch gerade darin, daß die schwächeren Schüler häufig keinen Ausbildungsplatz finden, für diese führe die Einführung der Werkrealschule daher endgültig in die bildungspolitische Sackgasse.
Auf Nachfrage erklärte BM Jakl, daß es schlicht nicht stimme, wenn behauptet wird, die Schulen seien in ihrem Bestand nicht gefährdet. Auch sei keine Kooperation absehbar, die dazu führen würde, daß der Schuldstandort Dischingen langfristig gesichert werde. Statt dessen sei angestrebt, daß man durch Ausnahmeregelungen erreiche, die bestehende Hauptschule insgesamt in eine Werkrealschule umzuwandeln.
Im Anschluss führte sodann Schulleiter Schmid MdL Stoch durch die Schulgebäude. Dieser zeigte sich beeindruckt von der Ausstattungsqualität und der angenehmen Atmosphäre. BM Jakl erläuterte hierbei die Erweiterungspläne, insbesondere im Hinblick auf die angestrebte Ganztagesbetreuung und den Mensabereich.
Abschließend verwies er noch auf die von Elternvertretern durchgeführte Unterschriftenaktion. Da die Landesregierung die Entscheidung über die Änderung des Schulgesetzes noch im Eiltempo in diesem Monat im Landtag beschließen lassen möchte, sei angestrebt, eine Informationsveranstaltung mit beiden Landtagsabgeordneten und Vertretern des Schulamtes durchzuführen. MdL Andreas Stoch sagte den Dischingern seine Unterstützung zu. „Die gesamte SPD-Landtagsfraktion wird sich bei der Entscheidung über die Einführung der Werkrealschule auf die Seite der in ihrer Existenz bedrohten Hauptschulen stellen. Für uns gilt: Lasst die Schule im Dorf!“

 

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